Kurz gesagt: Gekaufte Eigentümer-Leads sind schnell da und für manche Büros gut kalkulierbar, aber du teilst den Kontakt oft mit mehreren Maklern. Selbst gewonnene Kontakte kosten mehr Aufbau und Zeit, dafür verkauft sie niemand an andere Büros weiter. In unseren Gesprächen mit Maklerbüros war die am häufigsten genannte Quote für gekaufte Leads rund ein Auftrag aus zehn Leads; die genannten Preise lagen meist zwischen rund 30 und 300 € je Lead. Welcher Weg sich für dich rechnet, entscheidet nicht der Preis je Lead, sondern was dich ein Auftrag kostet.
Stand: 25.10.2026. Von Chris Sygo, Gründer der Blinkwasser Media GmbH. Die Zahlen zu gekauften Leads sind Angaben von Maklern aus unseren Gesprächen mit Maklerbüros (rund 185 Gespräche von Januar 2025 bis September 2026, ausgewertet ohne Namen). Es sind Erfahrungswerte einzelner Büros, keine Marktstudie.
Was ist ein gekaufter Eigentümer-Lead?
Ein gekaufter Lead ist der Kontakt eines Eigentümers, den ein Anbieter für dich gewonnen hat, meist über ein Formular zur Immobilienbewertung. Du zahlst je Kontakt, je Paket oder im Monat, bei manchen Anbietern zusätzlich eine Provision, wenn du das Objekt verkaufst.
Ein selbst gewonnener Lead entsteht über deine eigenen Wege: Empfehlungen, Bestandskunden, eigene Werbeanzeigen, Eigentümer-Infoabende oder Briefe an Eigentümer. Einen Überblick über diese Wege gibt der Ratgeber Objektakquise für Immobilienmakler.
Was Makler über gekaufte Leads berichten
In gut 80 unserer Gespräche haben Makler über gekaufte Leads oder Bewertungsportale gesprochen. Neben Werbeanzeigen war das einer der am häufigsten genannten bezahlten Kanäle. Diese Punkte kamen immer wieder:
- Quote: Am häufigsten genannt wurde rund ein Auftrag aus zehn gekauften Leads. Einzelne Büros lagen bei einem aus 20, wenige deutlich darüber.
- Preis: Die genannten Preise für gekaufte Leads lagen meist zwischen rund 30 und 300 € je Lead, in einem Einzelfall bei rund 1.000 €.
- Wettbewerb: Ein Lead geht oft an drei bis zehn Makler. Den Auftrag bekommt nach ihrer Erfahrung oft, wer den höchsten Preis verspricht.
- Erreichbarkeit: Viele Eingetragene wollen nur wissen, was ihre Immobilie wert ist, sind nicht erreichbar oder liegen außerhalb des Gebiets.
- Versteckte Kosten: Mindestabnahmen, Reklamationen und bei manchen Anbietern zusätzlich rund 25 % Provision beim Verkauf.
- Kalkulierbarkeit: Einige Büros bleiben bewusst dabei, weil sie mit einer festen Quote rechnen können.
Was kostet dich ein Auftrag aus gekauften Leads?
Rechne vom Auftrag her, nicht vom Lead. Ein Beispiel mit runden Werten aus den Gesprächen:
- Preis je Lead: 100 €
- Quote: ein Auftrag aus zehn Leads
- Leadkosten je Auftrag: rund 1.000 €
Verlangt der Anbieter zusätzlich 25 % der Provision, ändert sich die Rechnung stark. Bei 20.000 € Provision sind das 5.000 € zusätzlich, der Auftrag kostet dich dann rund 6.000 €. Ein Büro rechnete uns rund 6.000 € Leadkosten je Notartermin vor. Ein anderes kam bei einem Portal mit 20 € je Lead plus 25 % Provision nach eigener Rechnung auf 2.000 bis 3.000 € für jeden Lead, aus dem ein Verkauf wurde.
Das Beispiel ist eine Rechnung, keine Prognose. Setz deine eigenen Werte ein: Preis je Lead, deine Quote und ob eine Provision dazukommt.
Was selbst gewonnene Leads kosten
Auch eigene Wege kosten Geld und vor allem Zeit. Der Unterschied: Der Kontakt wird nicht an andere Makler weiterverkauft. Ob der Eigentümer zusätzlich weitere Makler anspricht, entscheidet er selbst.
- Empfehlungen und Bestandskunden: Einer der am häufigsten genannten Kanäle in unseren Gesprächen und meist der mit der besten Quote. Er lässt sich aber schwer planen und hängt an einzelnen Personen.
- Eigene Werbeanzeigen: Die Ergebnisse, die Makler uns nannten, gingen weit auseinander, von guten Bewertungskampagnen bis zu mehreren Tausend Euro ohne Auftrag. Entscheidend waren Angebot, Zielregion, Tracking und das Nachfassen. Was ein Lead über Facebook und Instagram in unseren eigenen Projekten kostete, steht im Ratgeber Was kostet ein Lead für Immobilienmakler?
- Eigentümer-Infoabend: Die Gäste erleben dich eine Stunde lang persönlich, bevor sie über ihre Immobilie sprechen. Dafür brauchst du Vorlauf, einen Vortrag und konsequentes Nachfassen. Wie das geht, steht im Leitfaden zum Infoabend für Eigentümer.
- Briefe an Eigentümer: Werbeanrufe, E-Mails und WhatsApp an private Eigentümer sind ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung nicht erlaubt (§ 7 UWG). Erlaubt bleiben vor allem Briefe, solange der Empfänger nicht widersprochen hat. Sie wirken bei Büros, die sie systematisch mit festen Texten und Nachfassen betreiben. Was rechtlich gilt, steht im Ratgeber Objektakquise für Immobilienmakler.
Gekauft oder selbst gewonnen: der Vergleich
- Start: Gekaufte Leads kommen sofort, eigene Wege brauchen Wochen bis Monate Aufbau.
- Wettbewerb um den Kontakt: Gekaufte Leads gehen oft an drei bis zehn Makler. Eigene Kontakte werden nicht weiterverkauft, der Eigentümer kann aber trotzdem weitere Makler fragen.
- Planbarkeit: Gekaufte Leads sind gut planbar, wenn deine Quote stabil ist. Bei eigenen Wegen kommt es auf den Weg an: Werbeanzeigen und Infoabende lassen sich planen, Empfehlungen kaum.
- Kosten: Gekauft zahlst du je Lead, teils plus Provision. Eigene Wege kosten Werbebudget, Zeit und Material.
- Wer den Auftrag gewinnt: Bei gekauften Leads berichteten Makler, dass oft gewinnt, wer den höchsten Preis verspricht. Bei eigenen Wegen kennt dich der Eigentümer oft schon, bevor er anfragt.
- Pflege über Jahre: Gekaufte Kontakte gehen oft auch an andere Büros. Eigene Kontakte kannst du ohne Weiterverkauf langfristig pflegen.
Wann sich gekaufte Leads lohnen
- Du hast ein eingespieltes Telefonteam, das jeden Lead innerhalb weniger Minuten anruft.
- Du kennst deine Quote aus mehreren Monaten und rechnest mit Kosten je Auftrag.
- Es fällt keine Provision an den Anbieter an, oder sie ist in deiner Rechnung enthalten.
- Du brauchst kurzfristig Termine, während eigene Wege noch aufgebaut werden.
Wann eigene Wege besser passen
- Du verlierst Aufträge regelmäßig an Kollegen, die einen höheren Preis versprechen.
- Du willst Kontakte aufbauen, die du über Jahre selbst pflegst.
- Du kannst Zeit für Aufbau, Vortrag und Nachfassen einplanen.
- In deiner Region rufen bei gekauften Leads viele Makler gleichzeitig an.
Du kannst beides kombinieren: gekaufte Leads als kalkulierbare Grundlast und eigene Wege, die Kontakte ohne Weiterverkauf bringen. Wie wir Eigentümer-Kontakte für Makler gewinnen, steht auf unserer Seite Eigentümer-Leads für Immobilienmakler.
Häufige Fragen
Was kostet ein gekaufter Eigentümer-Lead?
Die Preise, die Makler uns für gekaufte Leads nannten, lagen meist zwischen rund 30 und 300 € je Lead, in einem Einzelfall bei rund 1.000 €. Bei manchen Anbietern kommt eine Provision beim Verkauf hinzu.
Wie viele gekaufte Leads werden zum Auftrag?
Am häufigsten nannten Makler in unseren Gesprächen rund einen Auftrag aus zehn Leads. Die Spanne reicht von einem aus 20 bis zu deutlich besseren Werten einzelner Büros.
Bekomme ich einen gekauften Lead exklusiv?
Oft nicht. Makler berichteten, dass derselbe Kontakt an drei bis zehn Büros geht. Frag vor dem Kauf ausdrücklich nach, an wie viele Makler ein Lead geht.
Sind selbst gewonnene Leads günstiger?
Nicht automatisch. Je Lead können sie teurer sein. Ob sie sich je Auftrag rechnen, zeigt erst deine eigene Quote nach einigen Monaten. Rechne deshalb immer mit Kosten je Auftrag.
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